Melatonin Langzeit: Risiken, Evidenz, Dosis und Empfehlungen

10. Februar 2026
Verfasst von Redaktion rundumsleben24.ch

 

Die Langzeiteinnahme von Melatonin gilt für die meisten gesunden Erwachsenen unter Beachtung der Dosierungsrichtlinien als sicher. Medienberichte über potenzielle Herzrisiken – ausgelöst durch eine Präsentation der American Heart Association (AHA) 2025 AHA-2025-Erkenntnisse zu Langzeit-Melatonin und Herz-Kreislauf-Risiken – haben für Verunsicherung gesorgt, doch eine Gesamtbetrachtung der Studienlage ist beruhigend. Dieser Artikel bietet einen evidenzbasierten Überblick aus Schweizer Perspektive, analysiert aktuelle Forschungen und gibt praktische, auf die hiesigen Gegebenheiten abgestimmte Anwendungshinweise, damit Sie eine fundierte Entscheidung für Ihre Schlafgesundheit treffen können.

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Inhaltsverzeichnis

Die Sicherheit einer langfristigen Melatonineinnahme wird neu bewertet, besonders nach Studien, die sie mit einem höheren Herzinsuffizienzrisiko verbinden. Die tatsächlichen Risiken hängen von Dosis, Dauer, Produktqualität und Ihrem Gesundheitszustand ab – eine ärztliche Beratung in der Schweiz ist daher vor und während der Einnahme zentral. Weitere Faktoren wie die kantonal unterschiedliche Verfügbarkeit von Spezialisten für Schlafmedizin können hier eine Rolle spielen.

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Zentrale Erkenntnisse: Was du über die langfristige Einnahme von Melatonin wissen solltest

Die Sicherheit von Melatonin bei Dauergebrauch ist derzeit Gegenstand der Forschung – hier erhältst du die entscheidenden Fakten, um den aktuellen Stand zu verstehen.

Wichtige Studienhinweise und ihre Grenzen

Neueste Beobachtungsstudien zeigen einen Zusammenhang zwischen langfristiger Melatonineinnahme und einem erhöhten Risiko für Herzinsuffizienz, beweisen aber keine direkte Ursache.

Ein auf der AHA-Konferenz 2025 vorgestellter Datensatz deutet darauf hin, dass Personen, die über einen längeren Zeitraum Melatonin einnehmen, häufiger Herzbeschwerden entwickeln. Diese Korrelation bedeutet jedoch nicht zwingend Kausalität – andere Faktoren wie Lebensstil, bestehende Krankheiten oder die Schlafstörung selbst könnten verantwortlich sein. Schweizer Spezialisten, etwa vom Inselspital Bern, betonen deshalb die Notwendigkeit weiterer Studien. Mehr darüber haben wir in unserem Artikel über Vitamin C: Herzschutz und Immunstärkung – Nutzen und Risiken beschrieben.

Im weiteren Verlauf erklären wir dir, wie diese Evidenz zu bewerten ist, welche belegten Nebenwirkungen es wirklich gibt und wer besonders vorsichtig sein sollte.

Eine praktische Regel: Wann du ärztlichen Rat einholen solltest

Melatonin ohne ärztliche Überwachung solltest du nicht länger als drei Monate einnehmen.

Wenn du danach immer noch regelmässig darauf angewiesen bist, ist dies ein klarer Hinweis, einen Spezialisten aufzusuchen – beispielsweise in einer kantonalen Schlafsprechstunde. Folgende Personengruppen sollten eine Einnahme zwingend vorher mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin besprechen:

  • Ältere Menschen, bei denen der Arzneimittelstoffwechsel verlangsamt ist.
  • Patienten mit bestehenden Herzerkrankungen wie Herzinsuffizienz, koronarer Herzkrankheit oder Bluthochdruck.
  • Personen, die regelmässig andere Medikamente einnehmen, insbesondere Blutverdünner, Antidepressiva oder Blutdrucksenker.
  • Patienten mit Autoimmunerkrankungen, Epilepsie oder Leberleiden.

Später im Artikel findest du einen detaillierten Entscheidungsbaum, der dir hilft, deine individuelle Situation einzuschätzen. Praktische Tipps dazu, wie man den Blutdruck schnell und langfristig senken kann, haben wir in unserem Guide zu Blutdruck schnell senken: Sofortmaßnahmen und evidenzbasierte Langzeitstrategien zusammengefasst.

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Wie man wissenschaftliche Belege interpretiert: Beobachtungsstudien versus RCTs

Um rationale Gesundheitsentscheide zu treffen, muss man die Herkunft von Informationen über Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel verstehen. Dies ist entscheidend, um nicht unnötig in Panik zu verfallen – gerade auch in der Schweiz, wo der Zugang zu rezeptfreien Mitteln einfach ist.

Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität in Melatonin-Studien

Beobachtungsstudien zeigen lediglich Zusammenhänge, aber keine Ursachen. Sie analysieren, wie die vorgestellte Studie auf der AHA-Konferenz, vergangene medizinische Daten, um Muster zu finden. Diese Studien sind wertvoll für die Hypothesenbildung, aber sie können nicht beweisen, dass Faktor A (Melatonin) Faktor B (Herzinsuffizienz) verursacht. Ein klassisches Beispiel: Steigt der Verkauf von Glacé (Eis), steigt auch die Zahl der Ertrinkungsunfälle. Verursacht das Glacé das Ertrinken? Nein, beide Werte hängen von einem dritten Faktor ab – heissem Wetter. Genau so ist es mit Melatonin: Personen mit chronischer Schlaflosigkeit (die deshalb auf Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen) könnten gleichzeitig andere, unabhängige Risikofaktoren für Herzerkrankungen haben, wie grossen Stress oder geringere körperliche Aktivität – beides ist auch in Schweizer Spitälern eine bekannte Problematik.

Der medizinische Goldstandard, um Kausalität zu bestimmen, sind randomisierte kontrollierte Studien (RCTs). Dabei werden Teilnehmer zufällig entweder der Gruppe mit dem untersuchten Medikament oder der Kontrollgruppe mit Placebo zugeteilt. Es fehlen jedoch langfristige RCTs, welche die Sicherheit von Melatonin über Jahre bewerten, und das ist die Hauptquelle der gegenwärtigen Unsicherheit.

Evidenztabelle: Überblick über Schlüsselstudien zur Melatonin-Sicherheit

Diese Tabelle veranschaulicht den aktuellen Wissensstand anhand der wichtigsten Studien zu peer-reviewed research on chronic melatonin administration. Sie hilft dir zu verstehen, auf welchen Belegen unsere Schlussfolgerungen basieren und wo deren Grenzen liegen – eine wichtige Grundlage für dein Gespräch mit deiner Hausärztin in der Schweiz.

Studientyp Population Anwendungsdauer Hauptergebnisse Einschränkungen / Beweisqualität
Beobachtungsstudie (AHA 2025) >120’000 Patienten mit Schlaflosigkeit > 6 Monate Assoziiert mit höherem Risiko für Herzinsuffizienz und Mortalität Geringe Beweisqualität. Fehlende Daten zu Dosierungen und Qualität der Ergänzungsmittel. Einfluss anderer Faktoren kann nicht ausgeschlossen werden.
RCT-Übersicht (2017, PubMed) Verschiedene Patientengruppen Hauptsächlich kurzfristig (<6 Monate) Melatonin allgemein kurzfristig sicher; häufigste Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Schläfrigkeit. Mittlere Beweisqualität. Fehlende Daten zur langfristigen Sicherheit.
RCT (Circadin® EMA) Patienten im Alter von 55+ Bis zu 13 Wochen Das retardierte Medikament wurde in dieser Gruppe und für diesen Zeitraum als sicher und wirksam anerkannt. Hohe Beweisqualität (jedoch für ein spezifisches Medikament und einen begrenzten Zeitraum). Trifft nicht auf OTC-Ergänzungsmittel (Selbstmedikation) und längere Anwendung zu.

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Melatonin und das Herz: eine vertiefte Analyse des kardiologischen Risikos (AHA 2025)

Die Berichte von der Konferenz der American Heart Association (AHA) haben die grösste Aufmerksamkeit erregt. Betrachten wir sie näher, ohne unnötige Emotionen und basierend auf den Fakten – besonders mit Blick auf die Schweizer Anwendungssituation.

Was genau haben die neuen Analysen gezeigt?

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