Sichere, energiesparende Verglasung für Terrassentüren

22. Januar 2026
Verfasst von Michał Latos

 

Die Wahl der richtigen Scheiben für Balkon- und Terrassentüren ist zentral beim Bau oder der Modernisierung eines Hauses in der Schweiz. Sie beeinflusst Sicherheit, thermischen Komfort und die Nebenkostenhöhe direkt – in der Schweiz ist das Energieeffizienzgesetz (GEA) massgebend. Grosse Verglasungen bieten viel Licht, bergen aber Risiken wie Splitterverletzungen oder ein leichtes Ziel für Einbrecher. Im Winter sind sie oft Quelle bedeutender Wärmeverluste, im Sommer können sie zur Überhitzung von Räumen führen.

Dieser umfassende Leitfaden erklärt die grundlegenden Unterschiede zwischen den Schlüsseltechnologien Sicherheitsglas – vorgespannt (ESG) und laminiert (VSG) – aus Schweizer Sicht. Wir erläutern die hier geltenden Normen und Widerstandsklassen und zeigen, wie sich höchster Schutz optimal mit ausgezeichneter Energieeffizienz kombiniert lässt. Wir analysieren verschiedene Lösungen, damit Sie bewusst ein Glaspaket auswählen können, das perfekt auf Ihre Bedürfnisse, die Lage Ihres Hauses und Ihren Lebensstil zugeschnitten ist – unter Berücksichtigung kantonaler Bauvorschriften und der regionalen Klimasituation.

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Arten und Eigenschaften von Sicherheitsglas: Worin unterscheiden sich gehärtetes (ESG) und laminiertes (VSG) Glas?

Die grundlegenden Unterschiede zwischen gehärtetem und laminiertem Glas bestimmen die ideale Wahl für deine Balkontür im Tessin oder Zürich. Gehärtetes (ESG) und laminiertes (VSG) Glas bieten auf völlig unterschiedliche Weise Schutz, und ihre Eigenschaften bestimmen den idealen Einsatzbereich bei Balkon- und Terrassentüren in der Schweiz. Entscheidend ist die Frage, ob Schutz vor Verletzungen bei Bruch oder strukturelle Integrität für Einbruchschutz Priorität hat. Ein genauerer Blick lohnt sich, wie unser Ratgeber zu Sicherheitsgläsern für Balkontüren zeigt.

Gehärtete Gläser (ESG) – hohe mechanische und thermische Belastbarkeit

Gehärtetes ESG-Glas ist dank eines thermischen Prozesses 5- bis 7-mal widerstandsfähiger als normales Glas und zerfällt bei Bruch in Tausende kleine, stumpfe Stücke. Durch Erhitzen auf 620–680 °C und schlagartiges Abkühlen mit Druckluft entstehen innere Druckspannungen, die die Widerstandsfähigkeit drastisch erhöhen.

Hauptvorteile von ESG-Glas:

  • Hohe Schlagfestigkeit: Es ist wesentlich schwieriger zu zerbrechen als normales Floatglas.
  • Resistenz gegenüber Temperaturschocks: Hält Temperaturunterschiede von bis zu 200 °C stand, was bei grossen, sonnigen Terrassentüren in Schweizer Südlagen wichtig ist.
  • Sicherheit beim Bruch: Zerfällt in kleine, stumpfe Granulatkörner und minimiert so das Risiko gefährlicher Schnittverletzungen.

Die einzige Einschränkung ist, dass gehärtetes Glas nachträglich nicht mehr mechanisch bearbeitet werden kann – Schneiden, Bohren oder Schleifen muss vor dem Härten erfolgen.

Laminiertes Glas (VSG) – strukturelle Ganzheit und Einbruchschutz

Laminiertes VSG-Glas besteht aus mindestens zwei Glasplatten, die mit einer flexiblen PVB-Folie (Polyvinylbutyral) verbunden sind und bei Bruch die Splitter festhalten. Diese Technologie ist die Basis für einbruchhemmende Verglasungen nach Schweizer Normen, da die Scheibe selbst nach starkem Einschlag strukturell intakt bleibt und das Durchdringen wirksam erschwert.

Neben dem Einbruchschutz bietet die PVB-Folie weitere Vorteile für Schweizer Haushalte:

  • Verbesserte Schalldämmung: Sie dämpft Vibrationen und verbessert so die Geräuschisolierung – ein Plus in verkehrsreichen Gebieten.
  • UV-Filterung: Blockiert über 99 % der schädlichen ultravioletten Strahlung und schützt Möbel vor Ausbleichen.

Vergleichstabelle: Gehärtetes Glas (ESG) vs. Laminiertes Glas (VSG)

Merkmal Gehärtetes Glas (ESG) Laminiertes Glas (VSG)
Bruchverhalten Zerfällt in Tausende kleiner, stumpfer Stücke Bricht, aber die Splitter haften an der PVB-Folie
Festigkeit 5- bis 7-fach höher als bei normalem Glas Ähnlich wie normales Glas gleicher Dicke
Einbruchschutz Gering (beim Bruch entsteht eine Öffnung) Hoch (erhält die strukturelle Ganzheit)
Schalldämmung Standard Verbessert dank PVB-Folie
Verletzungsschutz Sehr hoch (keine scharfen Splitter) Sehr hoch (keine losen Splitter)
Hauptanwendung Orte mit hoher Schlag- oder Temperaturschockbelastung Einbruchhemmende Verglasungen, Geländer, Dächer

Kann man gehärtetes und laminiertes Glas kombinieren?

Ja, eine Hybrid-Konstruktion vereint die Vorteile beider Technologien für maximale Sicherheit. Ein solcher Verbund kann beispielsweise aus gehärtetem Glas bestehen, das anschliessend laminiert wird. Diese Lösung bietet sowohl extreme mechanische Festigkeit als auch strukturelle Integrität nach einem Bruch und wird an besonders gefährdeten Orten oder für das höchste Sicherheitsniveau in der Schweiz eingesetzt.

Energieeffiziente Glasverbunde: Wie lässt sich Sicherheit mit niedrigen Rechnungen vereinbaren?

Moderne Balkontüren sind ein Schlüsselelement für die Wärmedämmung und helfen, Heizkosten in Schweizer Wintern deutlich zu senken. Die Wahl des richtigen Glasverbunds reduziert Wärmeverluste im Winter und begrenzt die Aufheizung im Sommer, was sich direkt in den Energiekosten niederschlägt. Der Schlüssel liegt im Verständnis von Aufbau und Parametern moderner Isoliergläser.

Aufbau eines modernen Glasverbunds

Standard im Schweizer Bauwesen sind Verbunde aus zwei oder drei Glasscheiben.

  • Zweischeiben-Isolierglas (einkamrig): Besteht aus zwei Scheiben, die durch einen Abstandshalter-Rahmen getrennt sind.
  • Dreischeiben-Isolierglas (zweikamrig): Aufgebaut aus drei Scheiben und zwei Abstandshaltern, bietet deutlich bessere Wärmedämmung.

Zwischen den Scheiben hält ein Abstandshalter-Rahmen aus Kunststoff oder Edelstahl («warme Kante») den Abstand konstant und minimiert Wärmebrücken. Der Scheibenzwischenraum ist mit Edelgas wie Argon gefüllt, das die Wärmeleitfähigkeit reduziert und so den Temperaturaustausch verlangsamt. Wie Hersteller angeben, verbessern Argon und warme Kanten die Parameter des gesamten Fensters erheblich.

Niedrigemissions-Beschichtung – der unsichtbare Wächter der Wärme

Eine Niedrigemissions-Beschichtung ist eine mikroskopisch dünne Metalloxidschicht, die im Winter Wärmestrahlung reflektiert und im Sommer die Aufheizung begrenzt. Sie ist unsichtbar, lässt Licht durch und hilft, Heizkosten zu senken und den Komfort zu erhöhen, indem sie das Phänomen der «kalten Scheibe» beseitigt. Das ermöglicht auch grosse Verglasungen ohne übermässige Energieverluste.

Der Schlüsselparameter: Was bedeutet der Ug-Wert?

Der Wärmedurchgangskoeffizient für die Verglasung (Ug) in W/(m²K) misst, wie viele Watt Wärmeenergie pro Stunde durch einen Quadratmeter Glas bei 1 Kelvin Temperaturdifferenz dringen. Einfache Regel: Je niedriger der Ug-Wert, desto besser die Wärmedämmung.

  • Alte Einfachverglasung: Ug ≈ 5,8 W/(m²K)
  • Zweischeiben-Isolierglas mit Argon und Niedrigemissions-Beschichtung: Ug ≈ 1,0–1,1 W/(m²K)
  • Moderner Dreischeiben-Isolierglas-Verbund: Ug ≤ 0,7 W/(m²K) (häufig 0,5 oder 0,6)

Für moderne Bauweise in der Schweiz werden Glasverbunde mit einem Ug-Wert von maximal 0,7 W/(m²K) empfohlen. Beachte: Der Ug-Wert bezieht sich nur auf die Verglasung; die Dämmung des gesamten Fensters wird durch den Koeffizienten Uw angegeben, der auch den Rahmen (Uf) berücksichtigt.

Polnische Normen und Sicherheitsklassen – was Sie vor dem Kauf unbedingt wissen sollten

Den Überblick im Dickicht technischer Normen und Kennzeichnungen zu behalten, kann schwierig sein, ist jedoch für eine bewusste Wahl von Gläsern unerlässlich, die tatsächlich Sicherheit bieten und schweizerischen Vorschriften entsprechen. In der Schweiz wie in Polen spielen zwei europäische Normen die Schlüsselrolle: PN‑EN 12600, die Glas hinsichtlich Verletzungsschutz klassifiziert, und PN‑EN 356, welche die Widerstandsfähigkeit gegen Angriffe und Einbruch definiert.

Norm PN‑EN 12600: Die Klassifizierung von Glas im Hinblick auf Sicherheit bei Aufprall

Diese Norm bestimmt das Verhalten einer Glasscheibe nach dem Aufprall eines weichen Gegenstandes – der einen menschlichen Aufprall simuliert – um das Verletzungsrisiko in Ihrem Zuhause zu minimieren. Sie definiert drei Durchschlagwiderstandsklassen (1, 2, 3) und drei Bruchtypen:

  • Typ A: Mehrere Risse, die separate Splitter mit scharfen Kanten bilden – typisch für gewöhnliches Floatglas.
  • Typ B: Mehrere Risse, wobei die Splitter zusammenhalten – charakteristisch für Verbundsicherheitsglas (VSG).
  • Typ C: Zerfall in eine Vielzahl kleiner, relativ harmloser Stücke – typisch für Einscheiben‑Sicherheitsglas (ESG).

Eine vollständige Kennzeichnung, z.B. 1(B)1, informiert über die höchste Widerstandsklasse (1), den Bruchtyp B (Laminat) und erneut die höchste Widerstandsklasse. Genau hier passieren in der Praxis viele Fehler. Bei Balkontüren, insbesondere in Haushalten mit Kindern, sollte Glas, das die Anforderungen dieser Norm erfüllt, idealerweise vom Typ B oder C sein – das absolute Minimum für jeden Haushalt in der Schweiz.

Norm PN‑EN 356: Widerstand gegen manuellen Angriff und Einbruchschutzklassen

Diese Norm unterscheidet klar zwischen Sicherheitsglas (Schutz vor Verletzungen) und Schutzglas (Einbruchschutz). Sie definiert acht Widerstandsklassen gegen Angriffe, unterteilt in zwei Gruppen:

  • Widerstand gegen Vandalismus und geworfene Gegenstände (Fallkugeltest):
    • P1A, P2A: Widerstand gegen einen einzelnen und dreifachen Schlag einer 4 kg schweren Stahlkugel. Bietet grundlegenden Schutz.
    • P3A, P4A, P5A: Halten mehrfache Schläge der Kugel aus und bieten einen robusten Schutz gegen Einbruchsversuche mit Steinen oder Hämmern.
  • Widerstand gegen Angriffe mit Werkzeugen (Axt‑ und Hammer‑Test):
    • P6B, P7B, P8B: Höchste Klassen, widerstandsfähig gegen Dutzende Axtschläge. Werden in Objekten mit besonderem Risiko – wie Banken oder Juweliere in Schweizer Einkaufsstrassen – eingesetzt.

Im Schweizer Einfamilienhausbau werden am häufigsten Scheiben der Klasse P2A (als Basisschutz) und P4A verwendet. Die Klasse P4A wird oft von Schweizer Versicherungsgesellschaften gefordert, um Rabatte auf Wohngebäudeversicherungen zu erhalten, da sie eine wirksame Barriere gegen typische Gelegenheitseinbrecher bietet.

Ist die Verwendung von Sicherheitsglas bei Balkontüren Pflicht?

Die aktuellen Vorschriften des schweizerischen Baurechts (Norm SIA 180 oder kantonal variierende Baugesetze) legen für den Einfamilienhausbau nicht ausdrücklich die Pflicht zur Verwendung eines bestimmten Sicherheitsglastyps fest. Jedoch weisen gesunder Menschenverstand und Marktstandards in Schweizer Baumärkten eindeutig darauf hin, dass dies absolut zu empfehlen ist. Dies betrifft insbesondere Verglasungen im Erdgeschoss, grossflächige Terrassentüren sowie alle tief liegenden Fenster, die einem versehentlichen Aufprall ausgesetzt sein könnten oder ein leichtes Ziel für Einbrecher darstellen. Die Investition in eine höhere Sicherheitsklasse ist besonders in abgelegen gelegenen Häusern ohne dauerhafte Nachbarschaftsüberwachung gerechtfertigt. Die genauen Vorgaben können kantonal unterschiedlich sein – es lohnt sich, dies bei der zuständigen Gemeindebehörde zu klären.

Praktische Anwendungen und Tipps: Wie wählen Sie das ideale Glas für Ihre Türen?

Das theoretische Wissen über Normen und Technologien muss nun in konkrete, schweizerische Szenarien und Empfehlungen übertragen werden. Die Wahl des idealen Glasaufbaus hängt von der Lage der Tür, der Sonneneinstrahlung, der Anwesenheit von Kindern im Haus sowie dem allgemeinen Einbruchrisiko in Ihrer Gemeinde ab.

Balkontüren im Erdgeschoss – Priorität liegt beim Einbruchschutz

Für Balkon‑ und Terrassentüren im Erdgeschoss ist der Schutz gegen Einbruch der entscheidende Aspekt.

  • Empfehlung: Verwenden Sie Verbundsicherheitsglas der Klasse mindestens P2A, optimalerweise P4A. Dies stellt eine echte Hürde für Einbrecher dar.
  • Ganzheitlicher Ansatz: Denken Sie daran, dass das Glas allein nicht ausreicht. Es muss in einem robusten Rahmen eingebaut sein und mit einbruchhemmenden Beschlägen (z.B. der Klasse RC1 oder RC2 nach EN 1627) zusammenarbeiten, die über spezielle Verriegelungsbolzen verfügen, die das Ausheben des Flügels erschweren.
  • Zusätzliche Sicherungen: Es lohnt sich, die Montage von Aussenstoren (auch einbruchhemmenden), Schlössern mit Schlüssel sowie Alarmmeldern (Kontaktschaltern) in Betracht zu ziehen, die einen Öffnungsversuch melden. Wie Experten von Arten von einbruchhemmenden Sicherungen für Fenster und Türen raten, ist ein mehrschichtiges Schutzkonzept am effektivsten.

Terrassentüren mit Südausrichtung – kombinieren Sie Sicherheit mit Sonnenschutz

Grosse Verglasungen auf der Südseite können im Schweizer Sommer zur Überhitzung der Räume führen, was Kosten für die Klimatisierung verursacht und den Komfort mindert.

  • Empfehlung: Wählen Sie Dreifachverglasungen mit niedrigem Ug‑Wert (z.B. 0,5 W/m2K), die mit einer selektiven (sonnenschützenden) Beschichtung ausgestattet sind. Eine solche Beschichtung reflektiert nicht nur die Wärme von innen im Winter, sondern auch überschüssige Sonnenenergie im Sommer.
  • Glaswahl: Die ideale Lösung ist ein hybrider Aufbau: eine gehärtete Scheibe (ESG) aussen (widerstandsfähig gegen thermischen Schock durch die Sonne) und eine Verbundglasscheibe (VSG) innen (gewährleistet die Sicherheit der Bewohner).
  • Energiedurchlassgrad ‹g›: Bei der Wahl von Glas für sonnenexponierte Fassaden sollten Sie auf den Parameter ‹g› (oder SF) achten, der den Gesamtenergiedurchlassgrad der Sonnenstrahlung angibt. Je niedriger dieser Wert ist, desto weniger Sonnenwärme dringt nach innen.

Kindersicherheit – wann ist gehärtetes Glas die beste Wahl?

In Schweizer Haushalten, in denen kleine Kinder leben, ist das Risiko eines versehentlichen, starken Aufpralls auf die Scheibe – z.B. beim Spielen – deutlich höher.

  • Szenarien: Dies betrifft insbesondere tief liegende Verglasungen, Schiebetüren oder Glasgeländer.
  • Empfehlung: An solchen Stellen, besonders auf der Innenseite, ist es sinnvoll, gehärtetes Glas (ESG) einzusetzen. Seine einzigartige Bruchweise in kleine, stumpfe Stücke verringert drastisch das Risiko schwerer Schnittverletzungen im Falle eines Unfalls. Eine Verbundsicherheitsglasscheibe bildet zwar keine losen Splitter, kann nach dem Bruch dennoch scharfe Kanten aufweisen, die bei Kontakt eine Gefahr darstellen.

Mehr über die Gestaltung kindersicherer Wohnräume erfahren Sie in unserem Artikel zu smartem Kinderzimmer einrichten.

Weitere Schutzmethoden: Folien, Beschläge und intelligente Systeme

Neben der Wahl des passenden Verglasungspakets gibt es weitere Möglichkeiten, das Sicherheitsniveau von Balkon- und Terrassentüren zu erhöhen – sowohl in Neubauten als auch bei bestehenden Gebäuden.

Schutz- und einbruchhemmende Folien für Scheiben

Fensterfolien sind eine wirksame Methode zur Aufrüstung bestehender Verglasungen. Sie werden auf bereits montierte Scheiben geklebt, um deren Eigenschaften zu verbessern.

  • Schutzfolie (Sicherheitsfolie): Ihre Hauptaufgabe ist es, Glassplitter beim Bruch zusammenzuhalten und so Verletzungen zu verhindern. Sie erhöht die Einbruchhemmung nicht wesentlich.
  • Einbruchhemmende Folie: Sie ist deutlich dicker und verfügt über entsprechende Zertifizierungen (z.B. Klassen P1 oder P2). Sie erschwert das Durchdringen der Scheibe erheblich, auch wenn laminiertes Sicherheitsglas (VSG) der Klasse P4A in der Regel ein höheres Schutzniveau bietet.

Die Rolle von Beschlägen und Griffen im einbruchhemmenden System

Die Wirksamkeit der Sicherung hängt von jedem Einzelteil ab. Selbst die beste einbruchhemmende Scheibe erfüllt ihre Aufgabe nicht, wenn sie in einem Fenster mit Standardbeschlägen eingebaut ist, die sich leicht aufbrechen lassen.

  • Widerstandsklassen (RC): Ganze Fenster (Scheibe, Rahmen, Beschläge) werden hinsichtlich ihrer Einbruchhemmung in RC-Klassen eingeteilt (z.B. RC1, RC2). Für Einfamilienhäuser wird in der Schweiz mindestens die Klasse RC2 empfohlen.
  • Beschlagteile: Achten Sie auf einbruchhemmende Pilzzapfen, die den Flügel an vielen Punkten verriegeln, sowie auf Stahlverschlüsse im Rahmen. Ein Griff mit Schlüssel verhindert das Öffnen des Fensters von aussen, selbst nach dem Einschlagen eines kleinen Lochs in die Scheibe.

Zusammenfassung und Checkliste für die Wahl von Sicherheitsverglasungen

Die Wahl der richtigen Verglasung für Balkon- und Terrassentüren ist eine Investition in Sicherheit, Komfort und Energieeffizienz für Jahre. Der Schlüssel liegt in der bewussten Festlegung von Prioritäten und der Anpassung der Technologie an die konkreten Bedürfnisse. Einscheibensicherheitsglas (ESG) schützt zuverlässig vor Verletzungen bei versehentlichem Bruch, während Verbundsicherheitsglas (VSG) eine solide einbruchhemmende Barriere darstellt und die Akustik verbessert. Moderne Dreifachverglasungen mit Niedrig-Emissions-Beschichtungen und einem Ug-Wert unter 0,7 W/(m²K) bieten hingegen den höchsten thermischen Komfort.

Checkliste für den Käufer:

  • Lage: Befinden sich die Türen im Erdgeschoss oder an einem leicht zugänglichen Ort?
    Ja: Erwägen Sie eine einbruchhemmende Verbundsicherheitsscheibe der Klasse mindestens P2A, besser P4A, in Kombination mit Beschlägen der Klasse RC2.
  • Haushaltsmitglieder: Leben kleine Kinder im Haus?
    Ja: Verwenden Sie auf der Innenseite Einscheibensicherheitsglas (ESG), um das Verletzungsrisiko zu minimieren.
  • Ausrichtung: Zeigen die Türen nach Süden oder Westen und sind sie stark der Sonne ausgesetzt?
    Ja: Wählen Sie ein Dreifach-Isolierglas mit selektiver (sonnenschützender) Beschichtung und einem niedrigen ‹g›-Wert.
  • Lärm: Wohnen Sie in der Nähe einer vielbefahrenen Strasse oder einer anderen Lärmquelle?
    Ja: Verbundsicherheitsglas (VSG) bietet dank der PVB-Folie eine bessere Schalldämmung.
  • Zertifikate: Kann der Verkäufer Leistungserklärungen und Zertifikate vorlegen, die die Glasklasse bestätigen (z.B. PN-EN 356)?
    Stets nachfragen: Das ist die einzige Garantie, dass das Produkt die angegebenen Normen erfüllt.
  • Ganzheitlichkeit: Denken Sie daran, dass die Scheibe nur ein Teil des Systems ist?
    Achten Sie darauf: Auf die Einbruchhemmungsklasse der Beschläge, die Solidität des Rahmens und eine fachgerechte Montage.

Wir hoffen, dass dieser Leitfaden, basierend auf den Erfahrungen des Redaktionsteams von Dobrze Żyć im Bereich der Fensterberatung, Ihnen hilft, die beste Entscheidung zu treffen.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was sind die wichtigsten Unterschiede zwischen gehärtetem und laminiertem Glas für Balkontüren?
Gehärtetes Glas zersplittert bei Bruch in kleine, stumpfe Krümel, wodurch die Verletzungsgefahr stark reduziert wird. Laminierte Gläser hingegen reissen zwar, die Bruchstücke bleiben jedoch durch eine innere Folie zusammengehalten. Dies hält das Scheibenelement intakt und bietet effektiven Einbruchschutz – ein wichtiger Unterschied für die Wahl in den Kantonen Zürich oder Bern, wo entsprechende Vorgaben gelten.

Muss Sicherheitsglas für Balkontüren in der Schweiz verwendet werden?
Die Schweizer Bauvorschriften für Privatgebäude schreiben zwar nicht direkt eine bestimmte Sicherheitsglasart vor, doch der Einsatz von Sicherheitsglas wird von Fachleuten für den Schutz von Personen und Sachen dringend empfohlen. Dies gilt besonders bei ebenerdigen Anlagen, da hier das Verletzungsrisiko am höchsten ist.

Was ist der Ug-Wert und welcher Wert ist für Terrassentüren gut?
Der Ug-Wert misst den Wärmeverlust durch die Verglasung. Je tiefer dieser Wert ist, desto besser isoliert die Tür. Für moderne, energieeffiziente Terrassentüren werden Dreifachverglasungen mit einem Ug-Wert von maximal 0,7 W/(m²K) empfohlen – das entspricht dem Standard von Minergie-P-Eco-Häusern in der Schweiz.

Welche Einbruchschutzglas-Klasse ist für ein Einfamilienhaus am besten geeignet?
Für ein Einfamilienhaus, besonders im Erdgeschoss, werden laminierte Gläser der Widerstandsklasse RC2 bzw. P4A empfohlen. Diese bieten soliden Schutz gegen typische Einbruchsversuche mit einfachen Werkzeugen und sind eine sinnvolle Investition für Hausbesitzer etwa in den Kantonen Aargau oder Luzern.

Ist die Wärmeschutzbeschichtung sichtbar und schränkt sie den Lichteinfall ein?
Moderne Wärmeschutzbeschichtungen sind nahezu unsichtbar und beeinträchtigen die Menge des durchgelassenen Tageslichts praktisch nicht. Ihre Hauptaufgabe ist das Reflektieren von unsichtbarer Wärmestrahlung, was auch bei intensiver Schweizer Sonneneinstrahlung funktioniert.

Erzielt eine Schutzfolie auf einem Standardglas den gleichen Effekt wie ein Sicherheitsglas?
Eine Schutzfolie kann die Sicherheit verbessern, indem sie das Zersplittern von Glasscherben verhindert. Zertifizierte Einbruchschutzfolien sind wirksam, erreichen aber typischerweise nicht das Schutzniveau eines werkseitig laminierten Glases der Klasse P4A. Genau hier entscheiden sich viele Schweizer Bauherren für die robustere Variante.

Autoritative Quellen

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