Mononukleose bei Erwachsenen: Symptome, Diagnose und Therapie

4. Januar 2026
Verfasst von Miriam Keller

 

Infektiöse Mononukleose: umfassender Leitfaden zu Symptomen, Diagnostik und Behandlung

Die infektiöse Mononukleose – umgangssprachlich oft als „Kusskrankheit“ bezeichnet – ist eine Virusinfektion, die durch das Epstein-Barr-Virus (EBV) ausgelöst wird. Typisch sind Fieber, starke Halsschmerzen und geschwollene Lymphknoten. Obwohl viele Menschen die Erkrankung vor allem mit Jugendlichen verbinden, kann sie in jedem Alter auftreten; bei Erwachsenen ist der Verlauf nicht selten langwieriger und belastender. Dieser Beitrag richtet sich als fundierter, zugleich praxisnaher Ratgeber an Erwachsene zwischen 25 und 60 Jahren, die verständliche und verlässliche Informationen suchen.

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Aus der Perspektive eines Arztes mit langjähriger Erfahrung in der Behandlung von Infektionskrankheiten möchte ich Ihnen die wichtigsten, klinisch bewährten Fakten zu dieser häufig unterschätzten Erkrankung vermitteln. Wir besprechen Warnzeichen, die Sie nicht übersehen sollten, moderne Wege der Mononukleose-Diagnostik, mit denen sich Fehldiagnosen vermeiden lassen, sowie typische Therapiefehler – allen voran den unnötigen Einsatz von Antibiotika. Außerdem erhalten Sie eine klare Orientierung für eine sichere Rekonvaleszenz, was besonders relevant ist, weil die anhaltende Erschöpfung ein Markenzeichen der Mononukleose sein kann.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Mononukleose und wie kommt es zur Ansteckung mit dem EBV?

Die infektiöse Mononukleose ist ein klinisches Beschwerdebild, das durch eine Erstinfektion mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV) aus der Herpesvirus-Familie (Herpesviridae) entsteht. Das Virus ist weltweit extrem verbreitet – Schätzungen zufolge hatten über 90 % der erwachsenen Bevölkerung bereits Kontakt und tragen Antikörper. Die Übertragung erfolgt meist über Tröpfchen bzw. direkten Kontakt mit Speichel; daher die Bezeichnung „Kusskrankheit“. Wichtig: Eine Ansteckung ist auch möglich, wenn man Besteck, Gläser, Flaschen oder Zahnbürsten gemeinsam nutzt.

Die Inkubationszeit – also der Zeitraum zwischen Ansteckung und den ersten Beschwerden – beträgt typischerweise 30 bis 50 Tage. Auch wenn die Diagnose häufig bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen gestellt wird, kann die Erkrankung in der Altersgruppe 25–60 Jahre schwerer verlaufen und länger nachwirken, mit deutlicher Leistungsminderung und einer verlängerten Erholungsphase.

EBV und der Körper: Was passiert nach der Infektion?

Nach dem Eindringen in den Organismus befällt das EBV vor allem B-Lymphozyten, also Zellen des Immunsystems. Dort vermehrt es sich und löst eine kräftige Immunreaktion aus, bei der unter anderem T-Lymphozyten aktiviert werden. Diese intensive Abwehrreaktion erklärt einen Großteil der typischen Mononukleose-Symptome. Nach Abklingen der akuten Phase wird das Virus in der Regel nicht vollständig eliminiert: Es verbleibt in einer Latenz (Ruhezustand) in B-Lymphozyten – lebenslang. Bei geschwächter Abwehr kann es zu einer Reaktivierung kommen, die jedoch meist ohne auffällige Beschwerden verläuft.

Risikogruppen: Wer entwickelt besonders häufig eine symptomatische Mononukleose?

Am ehesten entwickeln Menschen eine ausgeprägte Mononukleose, wenn sie dem EBV erstmals in der Pubertät oder im frühen Erwachsenenalter begegnen. Zu den Gruppen mit erhöhtem Risiko zählen vor allem Jugendliche, Studierende und junge Erwachsene – häufig bedingt durch enge soziale Kontakte in größeren Gruppen. Ein komplizierterer Verlauf ist zudem bei Personen mit geschwächtem Immunsystem wahrscheinlicher. Interessanterweise infizieren sich viele Kleinkinder ebenfalls, zeigen aber oft keine Symptome oder nur Beschwerden wie bei einem milden Infekt der oberen Atemwege.

Wichtige Mononukleose-Symptome: von der klassischen Trias bis zu atypischen Hinweisen

Zu den häufigsten Mononukleoza objawy (Mononukleose-Symptome) gehören hohes Fieber, ausgeprägte Halsschmerzen mit vergrößerten Mandeln sowie geschwollene Lymphknoten – besonders am Hals. Diese Kombination, oft als „Mononukleose-Trias“ beschrieben, ist für die erste klinische Einordnung hilfreich. In der Praxis ist das Bild jedoch breiter: Viele Betroffene berichten zusätzlich über unspezifische Beschwerden, die die Diagnose erschweren können.

Klassische Symptom-Trias: Fieber, Halsschmerzen und vergrößerte Lymphknoten

This close-up image depicts a medical examination of a person's open mouth and throat. The tonsils are visibly swollen and intensely red, covered with prominent white and yellowish patches of exudate, indicating a significant infection. A hand, gloved in blue, uses a wooden tongue depressor to gently hold down the patient's tongue, allowing for a clear view of the inflamed pharynx and tonsils. The scene strongly suggests a medical assessment of a severe throat condition, likely tonsillitis or pharyngitis.

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Wenn Sie die klassischen Zeichen kennen, fällt die Abgrenzung zu anderen Infekten deutlich leichter.

  • Fieber: Häufig hoch (39–40 °C) und nicht selten über 1–2 Wochen anhaltend. Typisch ist ein wellenförmiger Verlauf mit höheren Werten am Nachmittag und Abend.
  • Halsschmerzen: Für viele Betroffene das quälendste Symptom. Schlucken kann stark schmerzen. Die Gaumenmandeln sind deutlich vergrößert, gerötet und oft mit einem weißlichen bis grauen Belag bedeckt – was leicht mit einer bakteriellen Streptokokkenangina verwechselt werden kann.
  • Geschwollene Lymphknoten (Lymphadenopathie): Ein sehr charakteristisches Zeichen. Vor allem die vorderen und hinteren Halslymphknoten sind vergrößert, derb und druckschmerzhaft. Mitunter sind auch Lymphknoten in Achseln oder Leisten betroffen.

Müdigkeit und Schwäche: mehr als nur Schlafmangel

Was die Mononukleose von vielen anderen Infektionen abhebt, ist eine ausgeprägte, teils lähmende Erschöpfung. Es handelt sich nicht um „ein bisschen müde“, sondern um eine tiefe körperliche und mentale Müdigkeit, die selbst einfache Alltagsaufgaben erschweren kann. Wichtig ist auch: Diese Erschöpfung kann bereits vor Fieber und Halsschmerzen beginnen und noch Wochen bis Monate nach Abklingen der übrigen Beschwerden fortbestehen.

Wenn Sie diese Phase besser strukturieren möchten, finden Sie weitere praktische Strategien in unserem Beitrag Energie wieder aufbauen: Ganzheitlicher Guide für Regeneration.

Weitere wichtige Beschwerden: Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Appetitverlust

Neben Trias und Müdigkeit treten bei der Mononukleose häufig zusätzliche Symptome auf. Dazu zählen Kopfschmerzen (oft hinter den Augen), Muskel- und Gelenkschmerzen sowie ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl. Viele Patientinnen und Patienten berichten außerdem über deutlichen Appetitverlust. Bei einem Teil der Betroffenen kommt es zu einer milden Leberbeteiligung: Möglich sind Druckschmerz im rechten Oberbauch und – seltener – eine leichte Gelbsucht (Gelbfärbung von Haut und Augenweiß).

Moderne Mononukleose-Diagnostik: Wie lässt sich die Infektion bestätigen?

Eine zuverlässige Diagnose ergibt sich aus Anamnese, körperlicher Untersuchung und gezielten Laborwerten. Auch wenn ein erfahrener Arzt die Erkrankung anhand der typischen Konstellation vermuten kann, liefern Bluttests die entscheidende Bestätigung und helfen, Alternativen wie eine bakterielle Angina auszuschließen. Praktische Hintergrundinformationen finden Sie hier: Infektiöse Mononukleose bei Erwachsenen – praktische Informationen (mp.pl).

Wenn Sie generell besser verstehen möchten, wie Symptome eingeordnet und eine Abklärung sinnvoll vorbereitet wird, lesen Sie auch unseren Leitfaden Diabetes-Symptome erkennen und rechtzeitig handeln – viele Prinzipien (Warnzeichen, Labor, Timing) lassen sich auf andere Diagnosen übertragen.

Blutuntersuchungen: Blutbild mit Differentialblutbild und Leberwerte

Die Basis ist ein Blutbild mit manuellem Differentialblutbild. Bei Mononukleose finden sich häufig typische Veränderungen:

  • Erhöhte Lymphozytenzahl (Lymphozytose): Die Gesamtzahl der weißen Blutkörperchen ist gesteigert, oft mit Lymphozyten-Dominanz.
  • Atypische Lymphozyten: Im Ausstrich zeigen sich sogenannte atypische (aktivierte) Lymphozyten, häufig > 10 % aller Lymphozyten. Diese Zellen spiegeln die Immunantwort gegen EBV wider und sind stark hinweisend auf die Erkrankung.

Zusätzlich werden biochemische Parameter bestimmt, insbesondere Leberwerte (ALT, AST). Bei rund 50 % der Betroffenen sind diese erhöht, was zu einer leichten Hepatitis im Rahmen der Infektion passt.

Heterophile Antikörper: der klassische Mononukleose-Test

Ein klassischer serologischer Ansatz ist der Nachweis heterophiler Antikörper mittels Agglutination (z. B. Paul-Bunnell-Davidsohn-Reaktion oder der schnellere Monospot-Test). Diese Antikörper werden im Zuge der EBV-Infektion gebildet. Entscheidend sind jedoch die Grenzen: Wie u. a. hier erläutert wird (Mononukleose-Diagnostik – die Rolle heterophiler Tests), kann der Test in der ersten Krankheitswoche noch negativ ausfallen; außerdem ist die Sensitivität bei kleinen Kindern geringer. Ein negatives Ergebnis schließt die Erkrankung bei starkem klinischem Verdacht daher nicht aus und sollte zu weiterer Mononukleose-Diagnostik führen.

EBV-spezifische Antikörper: wann der heterophile Test nicht ausreicht

Bei unklaren Fällen, bei negativem heterophilem Test oder zur Einordnung der Infektionsphase wird die Bestimmung EBV-spezifischer Antikörper gegen Virusantigene durchgeführt. Diese Diagnostik ist präziser und unterscheidet eine frische Infektion von einer früher durchgemachten.

  • Anti-VCA-IgM: Tritt früh auf und spricht für eine aktive, akute Infektion.
  • Anti-VCA-IgG: Erscheint etwas später als IgM und bleibt lebenslang nachweisbar – Zeichen einer durchgemachten Infektion.
  • Anti-EBNA: Entwickelt sich am spätesten, meist 6–8 Wochen nach Krankheitsbeginn, und bleibt ebenfalls lebenslang. Sein Nachweis spricht gegen eine akute Erstinfektion.

Mononukleose vs. Dreitagefieber und Angina: So vermeiden Sie diagnostische Fehler

Bei ähnlichen Beschwerden ist eine Differenzialdiagnose wichtig.

  • Vs. Dreitagefieber: Diese Erkrankung wird durch ein anderes Virus (HHV-6) verursacht und betrifft vor allem Säuglinge und Kleinkinder; bei Erwachsenen ist sie sehr selten. Typisch ist: Hohes Fieber fällt nach 3–4 Tagen abrupt ab, erst danach tritt ein Exanthem auf. Bei Mononukleose ist ein Ausschlag insgesamt seltener und häufig mit Antibiotikagabe verknüpft.
  • Vs. Angina (Streptokokken-Pharyngitis): Beide Erkrankungen können starke Halsschmerzen und Beläge auf den Mandeln verursachen. Die Angina ist jedoch bakteriell und benötigt Antibiotika. Im Unterschied zur Mononukleose fehlen meist die ausgeprägte Erschöpfung und atypische Lymphozyten im Blut. Ein schneller Strep-A-Test kann die Streptokokkenangina zügig ausschließen.

Mononukleose-Behandlung und Genesung: Wie kommen Sie sicher wieder auf die Beine?

Gegen EBV gibt es kein spezifisches Medikament; die Mononukleoza leczenie (Mononukleose-Behandlung) ist daher symptomorientiert: Beschwerden lindern, Komplikationen vermeiden und dem Körper Zeit geben. Entscheidend ist zu verstehen, dass Antibiotika nicht wirken – und in bestimmten Situationen sogar Probleme verursachen können. Eine gute Genesung verlangt Geduld und ein realistisches Belastungsmanagement.

Grundlagen der symptomatischen Therapie: Ruhe, Flüssigkeit und rezeptfreie Medikamente

Die wichtigsten Maßnahmen schaffen optimale Bedingungen für die Regeneration.

  • Ruhe: In den ersten 2–3 Wochen, wenn die Symptome am stärksten sind, ist Schonung zentral. Körperliche Anstrengung sollte konsequent vermieden werden.
  • Ausreichend trinken: Fieber erhöht den Flüssigkeitsverlust. Wasser, Kräutertees und leichte Suppen helfen, Dehydratation vorzubeugen.
  • Rezeptfreie Medikamente: Gegen Fieber und Schmerzen eignen sich z. B. Paracetamol oder Ibuprofen. Bei Halsschmerzen können lokal wirksame Lutschtabletten sowie Gurgellösungen mit Salz oder Kräutern (z. B. Salbei) entlasten.

Wenn Sie dabei gezielt ein entzündungshemmendes Schmerzmittel einsetzen möchten, lesen Sie ergänzend unseren Überblick zu Ketonal (Ketoprofen): Wirkung, Dosierung, Formen und Sicherheit – inklusive wichtiger Hinweise zu Risiken und Wechselwirkungen.

Mononukleose und Ausschlag nach Antibiotika: Warum sollten Sie Ampicillin meiden?

Ein häufiger Fehler ist die Behandlung mit Aminopenicillinen (Ampicillin, Amoxicillin), wenn die Erkrankung fälschlich als bakterielle Angina interpretiert wird. Bei über 90 % der Mononukleose-Patientinnen und -Patienten kann die Gabe dieser Medikamente einen typischen, juckenden makulopapulösen Ausschlag auslösen, meist nach 7–10 Tagen Therapie. Wichtig: Das ist in der Regel keine echte Allergie, sondern eine immunologische Reaktion im Kontext der EBV-Infektion. Der Ausschlag ist meist harmlos und klingt nach Absetzen des Antibiotikums von selbst ab. (Suchbegriff: Mononukleoza wysypka.)

Rolle von Steroiden: Wann sind Glukokortikoide notwendig?

Glukokortikoide (Steroide) gehören nicht zur Routinebehandlung. Wie u. a. Medycyna Praktyczna zusammenfasst, werden sie nur bei schweren Komplikationen erwogen – etwa bei relevanter Atemwegsverlegung durch massive Tonsillenschwellung, bei ausgeprägter Thrombozytopenie oder bei hämolytischer Anämie.

Psychosoziale Aspekte der Rekonvaleszenz: Umgang mit chronischer Erschöpfung

Die lang anhaltende Müdigkeit ist in der Genesungsphase oft die größte Herausforderung. Viele Betroffene sind frustriert, weil sie „von außen gesund“ wirken, sich aber weiterhin erschöpft fühlen. Der Schlüssel liegt in Geduld und in einer realistischen Erwartung: Die volle Leistungsfähigkeit kommt häufig schrittweise zurück. Hilfreich ist es, wenn Sie:

  • Belastung langsam steigern: Vermeiden Sie das „Boom-Bust“-Muster (ein Tag zu viel, danach mehrere Tage Einbruch). Starten Sie mit kurzen Spaziergängen und erhöhen Sie die Intensität behutsam.
  • Schlafhygiene priorisieren: Feste Schlafzeiten, möglichst keine langen Tagesschläfchen und eine ruhige Schlafumgebung unterstützen die Erholung.
  • Ernährung stabil halten: Eine vitamin- und mineralstoffreiche Kost mit ausreichend Eiweiß und Antioxidantien unterstützt die Regeneration.
  • Unterstützung annehmen: Offene Gespräche mit Angehörigen oder – bei Bedarf – professionelle Hilfe können die psychische Belastung reduzieren.

Mögliche Komplikationen der Mononukleose: Worauf sollten Sie besonders achten?

In den meisten Fällen verläuft die Mononukleose mild und heilt spontan aus. Dennoch ist es sinnvoll, mögliche – wenn auch seltene – Mononukleoza powiklania (Mononukleose-Komplikationen) zu kennen. Wer Alarmzeichen einordnen kann, reagiert schneller und vermeidet schwerwiegende Folgen.

Vergrößerte Milz (Splenomegalie) und Risiko einer Ruptur

Eine Milzvergrößerung (Splenomegalie) tritt bei etwa 50 % der Erkrankten auf, häufig in der zweiten oder dritten Krankheitswoche. In dieser Phase ist die Milz besonders verletzlich. Die schwerste – aber sehr seltene (ca. 0,1–0,5 % der Fälle) – Komplikation ist eine spontane oder traumatische Milzruptur. Das ist ein lebensbedrohlicher Notfall und erfordert sofortige Behandlung.

Typische Zeichen einer Milzruptur:

  • Plötzlicher, starker Schmerz im linken Oberbauch, ggf. mit Ausstrahlung in die linke Schulter.
  • Schwindel, ausgeprägte Schwäche, blasse Haut.
  • Schneller Puls und Blutdruckabfall.

Um das Risiko zu senken, sollten Sie Kontaktsport, schweres Heben und intensives Training für mindestens 4–6 Wochen ab Krankheitsbeginn strikt vermeiden – idealerweise bis eine ärztliche Kontrolle (oft per Ultraschall) bestätigt, dass die Milz wieder normale Größe hat. (Suchbegriff: powiekszenie sledziony.)

Hämatologische und neurologische Komplikationen

Selten kann die Mononukleose Komplikationen des blutbildenden Systems verursachen, z. B. eine hämolytische Anämie oder eine Thrombozytopenie. Noch seltener sind neurologische Komplikationen wie Meningitis, Enzephalitis oder das Guillain-Barré-Syndrom. Auch wenn diese Möglichkeiten beunruhigend klingen: Sie sind insgesamt ausgesprochen selten.

Wann sofort ins Krankenhaus? Alarmzeichen

Bei bestimmten Symptomen sollten Sie unverzüglich medizinische Hilfe (Notaufnahme) suchen – das beantwortet praktisch die Frage kiedy do lekarza mononukleoza (wann zum Arzt bei Mononukleose):

  • Deutliche Atem- oder Schluckprobleme (z. B. durch massive Tonsillenschwellung).
  • Starker, plötzlich einsetzender Bauchschmerz, besonders links.
  • Sehr starke Kopfschmerzen mit Nackensteifigkeit.
  • Hohes Fieber, das auf fiebersenkende Mittel nicht anspricht.
  • Auftreten einer Gelbsucht (gelbe Haut/Skleren).
  • Anzeichen ausgeprägter Dehydratation (trockener Mund, seltenes Wasserlassen).

Vorbeugung und Leben nach Mononukleose: praktische Tipps

Da es keine Impfung gegen EBV gibt, konzentriert sich die Prävention auf die Reduktion des Übertragungsrisikos und auf einen stabilen Allgemeinzustand des Immunsystems. Nach der Erkrankung ist die Rückkehr zur vollen Belastbarkeit ein Prozess, den Sie durch konsequente, aber geduldige Selbstfürsorge unterstützen können.

Wie kann man eine Ansteckung mit dem EBV vermeiden?

Ein vollständiges Vermeiden von EBV-Kontakt ist kaum realistisch – das Risiko lässt sich aber senken. Sinnvolle Grundregeln sind:

  • Getränke, Essen, Besteck und Hygieneartikel nicht teilen – besonders nicht mit Personen, die Infektsymptome haben.
  • Hände regelmäßig und gründlich waschen.
  • Beachten, dass Betroffene nach überstandener Mononukleose das Virus noch Monate über den Speichel ausscheiden können.

Die beste „Alltagsstrategie“ bleibt ein gut funktionierendes Immunsystem, das bei Kontakt mit dem Virus eine Infektion wirksam kontrollieren kann.

Immunsystem stärken: Ernährung und Lebensstil

Langfristige Unterstützung der Abwehr ist sowohl zur Vorbeugung als auch in der Rekonvaleszenz wichtig. Folgende Gewohnheiten sind besonders hilfreich:

  • Ausgewogene Ernährung: Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und hochwertige Fette liefern Vitamine, Mineralstoffe und Antioxidantien.
  • Genug Schlaf: Schlaf ist zentral für Regeneration und Immunkompetenz.
  • Stress reduzieren: Dauerstress schwächt die Abwehr. Entspannungsverfahren, Yoga oder Meditation können unterstützen.
  • Moderate Bewegung: Regelmäßige, angepasste Aktivität stärkt – selbstverständlich erst nach ärztlicher Freigabe nach der Erkrankung.

Schrittweise Rückkehr zur körperlichen Aktivität

Sport und intensives Training sollten nach Mononukleose langsam und kontrolliert wieder aufgenommen werden. Zu frühes „Durchstarten“ kann die Erschöpfung verlängern und erhöht bei Milzvergrößerung das Verletzungsrisiko. Sinnvoll ist ein Einstieg mit leichten Aktivitäten (z. B. Spaziergänge) und eine schrittweise Steigerung über mehrere Wochen. Vor Kontaktsport oder Krafttraining ist eine ärztliche Rücksprache zwingend – häufig inklusive Kontroll-Ultraschall des Bauchraums.

Zusammengefasst: Die infektiöse Mononukleose erfordert Zeit, Geduld und ein gutes Gespür für die Signale des eigenen Körpers. Eine korrekte Diagnose, das Vermeiden typischer Therapiefehler und eine klug gesteuerte Rekonvaleszenz helfen, sicher und vollständig zu genesen – insbesondere bei Mononukleose bei Erwachsenen.


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was sind die häufigsten Symptome der infektiösen Mononukleose?
Die häufigsten Beschwerden sind die klassische Trias: hohes Fieber (oft über 39 °C), sehr starke Halsschmerzen mit vergrößerten Mandeln sowie geschwollene Lymphknoten, vor allem am Hals. Dazu kommt häufig eine ausgeprägte Erschöpfung, die Wochen anhalten kann. Kurz: typische Mononukleoza objawy sind Fieber, Halsentzündung, Lymphknotenschwellung und Müdigkeit.

Ist Mononukleose ansteckend – und wie lange?
Ja. Die Übertragung erfolgt überwiegend über Speichel. Am ansteckendsten ist man in der akuten Phase, allerdings kann das Virus noch bis zu 6 Monate (manchmal länger) nach Abklingen der Symptome im Speichel nachweisbar sein. Das bedeutet: Man kann andere anstecken, obwohl man sich bereits wieder gesund fühlt.

Warum kommt es bei Mononukleose nach bestimmten Antibiotika zu einem Ausschlag?
Der Ausschlag ist eine typische immunologische Reaktion bei EBV-Infektion nach Aminopenicillinen (z. B. Amoxicillin, Ampicillin). Es handelt sich meist nicht um eine echte Allergie. Häufig passiert das, wenn die Mononukleose fälschlich als bakterielle Rachenentzündung behandelt wird. (Suchbegriff: Mononukleoza wysypka.)

Wie lange dauert Mononukleose – und wie lange dauert die Erholung?
Akute Symptome wie Fieber und Halsschmerzen halten meist 2 bis 4 Wochen an. Die Erschöpfung kann jedoch deutlich länger bestehen – oft mehrere Wochen, in Einzelfällen sogar Monate. Eine langsame, geduldige Rückkehr zur normalen Aktivität ist daher entscheidend.

Wie lange sollte man nach Mononukleose körperliche Anstrengung vermeiden?
Kontaktsport, schweres Heben und intensives Training sollten mindestens 4–6 Wochen ab Krankheitsbeginn vermieden werden. Hintergrund ist das Risiko einer Milzruptur bei Milzvergrößerung. Die Freigabe zur vollen Belastung sollte durch eine Ärztin oder einen Arzt erfolgen, oft nach Kontroll-Ultraschall.

Autoritative Quellen

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